Südtirol (I), Machbarkeitsstudie Dolomitenbahn (Bahnverbindung Bozen-Cortina)

Südtirol (I), Machbarkeitsstudie Dolomitenbahn (Bahnverbindung Bozen-Cortina)

AUFTRAGGEBER:

SAD Nahverkehr AG, Bozen (I)

PARTNER:

NET Engineering S.p.A. Monselice (I)

BEARBEITUNGSZEITRAUM:

2016

Die Hochgeschwindigkeitsstrecke München-Bologna nimmt mit dem Baubeginn am Brenner-Basistunnel immer konkretere Formen an. Für die Provinz Südtirol ist es von strategischer Bedeutung, einen festen Halt an dieser Linie zu erhalten. Das wird nur möglich sein, wenn ein grosses Verkehrspotential über den Knoten Bozen erschlossen wird.

Vor diesem Hintergrund wurde durch die SAD der Auftrag erteilt, die Machbarkeit für eine Bahnerschliessung des Hochplateaus von Seis und Kastelruth und des Grödnertals mit einer Fortsetzung nach Kurfar und Cortina zu prüfen.

Wie das Beispiel der Vinschgerbahn eindrücklich zeigt, sind die Chancen für eine solche Bahn sehr hoch einzuschätzen, ebenso die positive Wirkung auf den Tourismus und die Entlastung der Strassen im Dolomitengebiet.

Die Strecke befindet sich in einem Gebiet mit grossen Höhendifferenzen. Nach der Überprüfung von unterschiedlichen konzeptionellen Ansätzen wurde die folgende Lösung für die Betriebsart gewählt:

  • Ein gemischtes System (Adhäsion/Zahnrad) mit zugbildungsfähigen Triebwagen
  • Im Adähsionsbereich Geschwindigkeiten bis 100 km/h
  • Im Zahnradbetrieb (bis zu 12% Steigung) Geschwindigkeiten bergwärts bis zu 40 km/h, talwärts bis zu 30 km/h

Es werden im Vergleich zu einer reinen Adhäsionsbahn vergleichbare Steiggeschwindigkeiten erzielt, die Streckenlänge wird im Bereich der Steilrampen auf ca. einen Drittel reduziert. Die Trasse kann in Folge dieser Eigenschaften wesentlich besser in das Gelände eingefügt werden und die Bahnhöfe nahe an den Siedlungen platziert werden.

Die wesentlichen Kennzahlen:

  • Streckenlänge: 76.00 km
  • Adhäsionsanteil: 35.49 km (47%)
  • Zahnradanteil: 40.50 km (53%)
  • Anzahl Bahnhöfe/Haltestellen: 18
  • Erschlossene Einwohner: 30’000 EW
  • Erschlossene Gästebetten: 53’000
  • Erschlossene Zweitwohnungen: 8’500
  • Übernachtungen im Gebiet: 6’660’000
  • Baukosten 1’600 Mio.